Biel:

Netzwerke für die Älteren geknüpft

Ein Treff für Seniorinnen und Senioren neben dem Jugendclub, eine Zeitschrift von Älteren für Ältere, Informationsanlässe für Migrantinnen und Migranten, Hausbesuche durch Freiwillige: mit einer Vielzahl von Massnahmen stärkt die Stadt Biel ihre ältere Bevölkerung.

«Altern in Biel, aktiv im Netz»: Unter diesem Titel nahm die Stadt Biel-Bienne am Programm Socius teil. Das Projekt der zweisprachigen Stadt im Berner Seeland mit über 55‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern leitete eine Vielzahl von Massnahmen in die Wege. Diese dienen alle den gleichen Zielen, wie sie auch in der Bieler Alterspolitik festgelegt sind: Autonomie und Selbständigkeit im Alter zu erhalten. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern. Passende Unterstützung bereitzustellen und darüber zu informieren. Und die Angebote rund ums Alter vermehrt zu koordinieren.

2016 brachte die Stadt zunächst die konkreten Anliegen der Älteren in Erfahrung. Die Berner Fachhochschule befragte Bielerinnen und Bieler zwischen 65 und 91 Jahren. Die Erhebung ergab unter anderem, dass Treffpunkte ohne Konsumzwang und gebündelte Informationen zu Altersthemen erwünscht sind. Auch zeigten sich Biels Ältere zu freiwilligem Engagement bereit, ohne aber recht zu wissen, wie und wo das möglich wäre. Unter Federführung der Altersdelegierten begann die Stadt Biel daraufhin, zwölf Teilprojekte zu Information, Partizipation und Koordination umzusetzen. Dabei arbeitete sie mit über dreissig Organisationen zusammen – von der Spitex über Benevol, ein FabLab, die Stadtbibliothek, Pro Senectute, die Selbsthilfe bis zur Fachstelle für Erwachsenenbildung «effe».

Zu den wichtigsten Ergebnissen gehört der Treff für Seniorinnen und Senioren im QuartierInfo Mett, einem Quartierzentrum. Dort, in einer alten Fabrik, neben einer allgemeinen Anlaufstelle, dem Jugendclub und dem Eltern-Kind-Sprachtreff, ist ein rege frequentierter Begegnungsort für die Älteren entstanden. Bielerinnen und Bieler ab 50 treffen sich wöchentlich zum Café und stellen eigene Anlässe und Dienstleistungen auf die Beine: Konzerte, Ausstellungen, Ausflüge, Mahlzeiten, Tai-Chi-Kurse, Handreichungen bei kleineren Reparaturen, Hilfeleistungen in administrativen Belangen.

2018 erschien zum ersten Mal das Magazin «Georgette, Hans etc.», das an alle Haushalte der Stadt verteilt wurde. Es beleuchtet zweisprachig die Lebenswelten älterer Menschen in Biel und liefert Tipps und Informationen. Ältere wirken dabei ehrenamtlich als Jung-Journalistinnen und -Journalisten mit. Bieler Rentnerinnen und Rentner helfen auch freiwillig in Tagesschulen und Kitas aus und besuchen Ältere mit gesundheitlichen Einschränkungen zuhause. Als Stadt, in der Menschen aus rund 150 Nationen leben, spricht Biel zudem die ältere Migrationsbevölkerung an. Schon mehrere Informationsanlässe und Mittagstische in sechs Sprachen stiessen auf grosses Interesse.

Die ältere Bevölkerung sei sehr motiviert, sich zu beteiligen, stellt die Projektleitung fest. Über 4300 Personen nahmen an fast 130 Veranstaltungen während des Socius-Projektes teil, über 280 Frauen und Männer engagierten sich aktiv. Künftig will die Stadt Biel noch gezielter auf geschwächte Ältere zugehen, die beispielsweise wenig mobil sind. Auch soll die Zusammenarbeit unter den Organisationen im Altersbereich verfestigt werden.